Übersetzen: Beruf und Berufung

 

 

Am Anfang war das Wort...

... heißt es in dem berühmtesten Übersetzerwerk aller Zeiten. Das Alte Testament wurde schon vor rund 2200 Jahren aus dem Hebräischen ins Griechische, ein Vierteljahrhundert vor Christus aus dem Griechischen ins Lateinische und schließlich von Luther ins Deutsche übersetzt.

Das Berufsbild der Übersetzer hat seit der Antike einen festen Platz in der Geschichte – angefangen mit den Keilschrifttafeln der Sumerer über die Hieroglyphen und das dreisprachige Dekret im Stein von Rosette, hin zur spätmittelalterlichen Übersetzerschule von Toledo bis zu den Segnungen der Romantik mit ihren vielen Verdeutschungen der Weltliteratur.

Immer waren es vordergründig Übersetzer, die Wissen und Wirtschaft unterschiedlicher Länder und Kulturen näher zusammengebracht haben. Die Translation, das heißt Übertragung allgemeiner, wissenschaftlicher oder religiöser Inhalte, erforderte zu allen Zeiten Experten, die es verstanden, das Ergebnis ihres Schaffens an die „Quelle“ – d.h. den bzw. die Verfasser der Ausgangstexte  – anzulegen, aber dennoch Duktus und kulturelle Hintergründe der Adressaten zu berücksichtigen und damit den Kontext von der einen auf die andere Seite fließen zu lassen.

Daran hat sich seit den Zeiten der Septuaginta nichts verändert… 
Und schließlich hat sich mit dem Auf- und Ausbau internationaler Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen im letzten Jahrhundert ein Berufsstand etabliert, der aus dem Hier und Heute nicht mehr wegzudenken ist.

Das ist an sich eine phantastische Entwicklung. Und so ganz nebenbei hat das Übersetzen die Welt ein gutes Stück vorangebracht.